3 Fragen an Sophia Barthelmes (Flash den Mob)

Was oder wer ist Community für dich?

Allgemein ist Community für mich so eine Art soziales System mit speziellen Codes, die Menschen, die diese Codes beherrschen, miteinander verbinden. Ich denke es gibt eher Communities als Community. In der Mehrzahl mag ich sie sehr, ich denke an Zusammenschlüsse von marginalisierten und deprivilegierten und tollen Menschen, die sich in Communities gemeinsam und autonom organisieren. Coole Sache, könnte man mehr von brauchen.

Community im Theater an der Parkaue ist für mich etwas sehr Lebendiges, ich assoziiere bunte, irgendwie weiche Bälle von handlicher Größe, die miteinander und allein durch einen hellen, an ihre Größe angepassten Raum hopsen und sich dabei mal schubbern, anstoßen, weiterbringen, gemeinsam Wege zurücklegen. Ich mags!

 Was ist (für dich) der Unterschied zwischen performativer Kunst mit und ohne Geräusche/Ton/Musik/Sprache?

Auf der Bühne sehe ich keinen Unterschied. Für mich kommt es in der Kunst mehr an auf die Notwendigkeit sich auszudrücken, Intensitäten, und den Grund, weshalb man tut, was man tut, als auf die genutzten Mittel. Den Unterschied zwischen lautsprachlich basiertem Theater und visuellem oder gebärdensprachlich basiertem Theater sehe ich eher in den Strukturen: Intendanten und Theaterbetrieb, fehlende Gelder und komplizierte Verfahren, welche zu bekommen; Barrieren und komplizierte Verfahren, um sie abzubauen, was zudem oft teuer ist und wiederum verbunden mit komplizierten Verfahren, um Geld dafür zu bekommen (usw.) sowie allgemeine Phantasielosigkeit; und natürlich die Angst der etablierteren Künstler vom Kuchen kein Stück mehr abzubekommen – uneingedenk dessen, wer alles bislang noch gar kein Stück bekommen hat.

 Eines unserer Formate arbeitet mit Tieren und Objekten. Mit welchem (nicht-menschlichen) Lebewesen würdet du am liebsten eine Performance entwickeln?

Mit einer Bienenfamilie. Gendermäßig sind die Bienen ganz weit vorn.

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