Der Prozess:

„Wir sind alle im Prozess!“, dieses Mantra fiel schon beim ersten Treffen von Lena und mir, nachdem wir Sätze aus unseren Mündern pressten, welche Worte wie „Premiere”, “Videoschnitt”, oder “WordPress” beinhalteten.

Die Prokrastination war groß, aber wir wussten auch, dass noch keine Bloggerin vom Himmel gefallen war.

Also machten wie uns an die Arbeit.

Unser erstes großes Ding war das Interview mit Joe und Olad für „ParkKnockLive“, der Open Stage von unserem Communitytheater. „Ein Heimspiel“ dachte ich mir als aller erstes. Ich kenne die beiden schon ein bis zwei Tage länger und bin mit allen Beteiligten ziemlich tight.

Genauso verlief das Projekt vorerst auch. Der Drehtag stand, alle Fragen waren gestellt und Schnittbilder hatten wir auch im Kasten. Nur noch die leeren Club Mate Flaschen erinnern an unseren Drehtag in der Friedrichstraße.

Anschließend gab es mit Sully (einer Filmdozentin aus dem Streecollege in Kreuzberg) einen kleinen Crash-Kurs zum Thema Adobe Premiere. „Soweit so gut“, dachte ich mir, zog meine Augenbrauen hoch und lief mit einem tiefen Ausatmer nach Hause. Am nächsten Tag stand ich um 12:00 auf der Matte und war bereit! Ich machte voller Tatendrang den Rechner an, öffnet das Projekt und war bereit loszulegen.

Doch der Ton blieb aus. Ich atmete tief durch und fing an, alle möglichen Kabel umzustecken. Vergebens…Der Ton blieb aus. Versuch Nummer zwei: Mit einem erneuten tiefen Atemzug und einem Schluck aus der Mate googelte ich alle Möglichkeiten durch. Zwei Stunden später: Kein Ton. Auch ein Telefonat mit Sully half da wenig. Es war mittlerweile 17:00 Uhr. Ich schrieb mittlerweile alle Menschen an, von denen ich wusste, dass sie irgendwann, irgendwie schon einmal einen Film geschnitten hatten. Endlich bekam ich eine Antwort von einer Mitstudentin aus dem Streetcollege. Es stellte sich heraus, dass sie gleich um die Ecke wohnt und den ganzen Tag frei hatte. Na super-.-! Habe ich jetzt ernsthaft umsonst meine Zeit auf „Gutgefragt.net“ verschwendet?

Anscheinend schon. Denn als sie ankam, wurden lediglich ein par Stecker umgesteckt und der Ton war lauter denn je.

Mit verschränkten Armen und einem einem fassungslosen, Grinsen auf dem Gesicht, fragte ich mich ernsthaft wie es möglich ist,dass Ich überhaupt meinen Namen richtig schreiben, geschweige denn gerade aus laufen kann.

Meine Rettung in Not lachte nur und sagte: „ Mach dir keinen Kopf. Ich saß auch schonmal zwei Stunden davor und hatte genau das selbe Problem. Aber nur so lernt man. Wir sind doch schließlich alle im Prozess!“